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Schweden & Norwegen 2024

Eher Zufall und etwas zusammengewürfelt findet unsere diesjährige winterliche Reise in den Norden - sprich Schweden und Norwegen statt! Flug nach Stockholm und zurück gebucht in der Woche, wo auch meine ältere Tochter Yori hüten kann. Dann Lappland und eigentlich wollte ich gerne noch auf die Lofoten, jedoch fand ich keine passenden Unterkünfte welche uns entsprochen hätten. Kurz und gut, wir blieben an der Hurtigrute ‚hängen‘ eine Reise welche wir schon mal geplant hatten, vor fast 10 Jahren, damals noch gemeinsam mit unseren Männern! Damals gab es aber die neusten Schiffe von Havila Kystruten noch nicht und das ist wie wir heute finden, auch ein zentraler Unterschied! Die Schiffe sind sehr modern in nordischem Design eingerichtet und sehr nachhaltig - was unser Interesse vorallem weckte war die Nachhaltigkeit betreffend des Essens. Vorbei die ‚Schlacht am kalten Buffet‘, bestellt werden kleine Häppchen, ähnlich der bekannten Tapas. Das ist extremst angenehm nicht nur bezüglich des so maximal reduzierten Foodwastes sondern auch wegen des Geläufes der Menschen. Wie angenehm und elegant sich das dann in Wahrheit anfühlte wurden wir aufs positivste und angenehmste Weise überrascht.


Aber zuerst ganz von vorne: Stockholm unser erstes Ziel. Ein Hotel direkt im Gamla Stan und etwas was wir noch nie hatten - eine private Sauna direkt im Zimmer, und das erwies sich als absolut grandios! Nach den täglichen Erkundungen im kühlen Stockholm, kalt war es definitiv nicht denn einmal mehr wurden wir von Wetterglück begleitet. Nachdem nur wenige Tage zuvor ein Jahrhundert-Orkan über die Norwegische Ostküste fegte und viele Reisen durch die Fjordlandschaft abgesagt werden mussten hatten wir bereits in Stockholm wunderbarstes jedoch noch kühles Frühlingswetter mit viel Sonnenschein. Also zu erwähnen ist noch, dass wir am Vorabend bei massivstem Regen gelandet sind! Nach einem guten Frühstück zogen wir los mit dem Schiff in Richtung Djurgarden ins ABBA Museum, eine mega coole und interaktive Ausstellung erwartete uns da - so hatte ich noch meinen Bühnenauftritt zu Dancing Queen, natürlich gemeinsam mit ABBA - und was mir bis anhin nicht so bewusst war dass alle 4 extrem gross waren. Wir hatten unseren Spass und schwelgten in all den tollen Songs. Wir schauten uns die Gebäude von aussen an und liessen uns durch die Altstadt treiben - und wie es der Zufall (oder so) will standen wir plötzlich vor einem Laden mit wunderschönen gewobenen Designs HIldaHilda, von da hatten wir unser schönes Fisch-Küchentuch - wir war total erfreut und haben das nette Personal im Laden natürlich darauf angesprochen, ihre Freude war genauso gross und die Designerin und Besitzerin war auch da. Alle schönen Sachen werden direkt in diesem kleinen Laden genäht, wir konnten uns das neuste Design erstehen direkt aus der neuen Weberei die auch die Stoffe fürs Königshaus anfertigt. Natürlich haben wir auch fein gegessen, waren im Fika - ein Kaffeehaus mit Tradition und wie zu Gast bei Freunden. 





Die Wachtablösung war für uns des guten zuviel an Menschenmassen-Auflauf. Zum Glück lassen wir uns aber immer leiten und hatten so quasi vor dem Haupteingang des Schloss eine kleinere dafür fast private Wachtablösung - und mit den abtretenden Wachen und dem Nationalmuseum im Abendrot ein tolles Foto.




Unser Highlight war definitiv die Sauna in unserer Suite, die Gamla Stan und das ABBA-Museum.




Am Montag machten wir uns dann wiederum mit dem Arlanda-Express zum gleichnamigen Flughafen auf, eine toller und vorallem 200km-schneller Service!

Wir freuten uns über das gewonnene Upgrade, da wir uns prima in der Lounge verköstigen konnten - im Flugzeug selber machte das keinen grossen Unterschied. Was uns sehr aufgefallen ist, dass im Flug wie auch danach in Bergen 80% Männer unterwegs waren, speziell sind doch gerade die Nordischen Länder für Gleichberechtigung und Sozialsystem mit Kinderbetreuung etc. bekannt. Der Flug war atemberaubend schön!





In Bergen angekommen, gings mit dem Taxi zum Hotel - ein sehr modernes Hotel mit Rolltreppe zur Lobby und Reception. Ein Zimmer mit kleinem Fenster in den Innenhof wurde uns zugeteilt, jedoch war das nicht das, wie ich es gebucht hatte - so gings zurück zur Reception mit der Bitte ein Zimmer mit grossem Fenster, ja manchmal dürfen wir uns dafür einsetzen, dass wir das bekommen was wir wollten resp. gebucht haben. In Stockholm konnte ich mich nicht mehr genau an die Reise von 1991 erinnern, im Gegensatz zu Bergen - hier kaufte ich Schmuck, Ohrstecker und einen Ring. Ich konnte mich haargenau an den Laden erinnern und er war noch am genau gleichen Ort und sie hatten die genaugleichen Teile noch im Sortiment - ich hab dann meine Geschichte erzählt und sie sagte mir der Laden und die Schmuck-Manufaktur existieren dieses Jahr seit 40 Jahren und sie freute sich sehr über meine Geschichte. Die Häuser bei Bryggen sind einfach wunderschön und auch hier hatten wir wieder gutes Wetter, heisst nicht nur verhangen!





Das Essen war überall sehr gut und ja, wir haben für uns gemerkt, dass es für uns stimmt, auswärts nicht immer Vegan zu essen.


Dann der grosse Moment am Mittwoch Nachmittag - bei Schneegestöber gingen wir an Board der Havila Castor, beim Einchecken waren wir schon mal erstaunt, dass die Koffer direkt auf deinem Förderband ins Schiff befördert wurden. Phu, waren wir freudig und gespannt auf unsere Seereise die auch als die Schönste überhaupt bekannt ist. 5 Tage haben wir gebucht, die gesamte Reise Bergen-Kirkenes-Bergen dauert 12 Tage, da wir aber nicht so wussten wie sich Jasmins Seekrankheit auswirkt reisen wir von Bergen nach Tromsø. Wir wurden mit personalisierte Badges ausgestattet, konnten an Bord unsere Essenszeiten (07:30 | 12:00 | 18:30) eintragen und durften dann in unsere auf Deck 5. Leider hatte es keine höheren Kabinen für ein Upgrade frei, das würde ich beim nächsten Mal anders machen und die Reisezeit so legen dass wir eine der beiden Lighthouse-Suiten (mit eigenem Jacuzzi auf dem Balkon) haben könnten! Anyway war es natürlich ein mega Erlebnis.






Nach dem Nachtessen hiess es dann - Leinen los in Richtung Norden! Wir gingen hoch auf Deck 9 um erste Eindrücke der Landschaft und des wunderschönen Schneefalls einzufangen. Nach einem Aquavit an der Havbris Bar schliefen wir wunderbar bis wir das erste Mal auf offene See kamen und die Wellen etwa 2 Meter erreichten, es schaukelte ganz schön immer so 2 Mal und dann griffen die Stabilisatoren - aber eigentlich war das noch gar kein wirklicher Seegang, es hat nicht mal was auf unserem Tisch verschoben! Am nächsten Morgen Frühstück, und wie bereits oben beschrieben gibt es keine Buffets mehr, das ist mega gut organisiert, es gibt 4 unterschiedliche Bereiche und in jedem Bereich ist das Servicepersonal zu einer bestimmten Zeit und nimmt die Bestellungen auf und das Essen wird innert Kürze serviert. Insgesamt war das Essen sehr abwechslungsreich und lecker. Nach dem Frühstück setzten wir uns auf die Sessel in der Bow Lounge auf Deck 6 und schauten nach draussen, sowieso eine unserer Hauptbeschäftigungen!!! Wir legen in Torvik an - die Stopps in der Nacht haben wir gar nicht bemerkt! Ein kurzer Stopp, ein paar Menschen steigen aus, andere ein und Waren werden geladen, nach 10 Minuten gehts weiter nach Ålesund, dort legen wir den ganzen Tag an und man hat die Möglichkeit einen Ausflug zum Geiranger-Fjord zu machen. Wir bleiben Bord und machen uns einen gemütlichen Tag.


Am Kaminfeuer und spielten Quizduell! Zudem beobachteten wir die Einsatzübung der Crew was auch ganz spannend war, inkl. dem Einsatz eines Rettungsbootes. Schon an diesem Abend hofften wir auf Nordlichter - eigentlich sah es ganz gut aus, war dann aber doch nichts. Um das hier mal zu erwähnen, es ist echtes Glück sie dann auch zu sehen - wir hatten letztes Jahr schon auf Island 3-4 Tage da waren die Werte so hoch dass es absolut wahrscheinlich erschien, und doch war dann nichts! 






Für das Abendessen haben wir uns im Fine Dining Restaurant Hildring einen Platz reserviert - dort bekamen wir ein wunderbares 5-Gang Menu serviert und dazu ein feines Glas Champagner. Da wir noch im Hafen standen, war das auch für Jasmin prima, denn sie bringt bei Seegang keinen Bissen runter. Am nächsten Morgen war ich gleich nach dem Frühstück auf Deck, ein wundervolles Morgenerwachen versprach ein weiterer schöner sonniger Tag zu werden - wie praktisch immer, hatten wir auch diesmal mega Wetterglück! Wir steuerten Trondheim an, wo es auch ein paar Stunden die Stadt zu erkunden gab, wir blieben wieder an Bord und genossen das Mittagessen auf dem stehenden Schiff. Am Nachmittag genoss ich die Sonne an Deck, trank ein Aquavit, schaute aufs Meer und war unendlich dankbar für dieses Leben. An Backbord der wunderschöne Sonnenuntergang, am Bug die Eislandschaft in weiss, blau, rosa - unfassbar schön!Zum Abendessen war ich alleine nochmals im Hildring, wie erwähnt verzichtet Jasmin aufs Essen auf See, es war aber absolut in Ordnung mit dem Wellengang, und meistens waren die Wellen ja einfach auf dem offenen Meer, in den Fjorden drin glitten wir nur so dahin und das Meer war wie ein See. Der Nordlicht-Alarm in unserer Kabine war eingestellt, blieb jedoch trotz guten Vorhersagen stumm.





Normalerweise laufe ich nicht vom Essen weg, jedoch schon wenn wir am morgen während des Frühstücks um 08:10 den Arctic Circle überquerten - wiederum ein zauberhafter Tag ist angebrochen und die Emotionen die ich jetzt beim Schreiben wieder verspüre sind von Dankbarkeit nur so überfüllt, unbeschreiblich einfach.





Nach dem Frühstück ging’s dann direkt auf Deck 9 um diesen phantastischen morgen in rosarot zu geniessen - Temperatur -8 Grad und etwas Wind. Ein kurzer Halt in Ørnes und um 10:30 die Feier zur Polarkreis Überquerung inkl. Taufe der freiwilligen und eines neuen Mitarbeiters - natürlich mit Eiswasser! Wir erfrischten uns lieber inwendig mit einem Glas Champagner🥂. Die Natur und die Stimmung sind einfach die Wucht - auch wenn wir uns ab und zu fragen, was die Leute die hier draussen Leben so tun. Beim etwas längeren Halt in Bodø, im Übrigen die Europäische Kulturhauptstadt 2024 durften wir auf die Brücke, was für ein tolles Erlebnis - aber dazu später mal mehr!






In Svolvær nutzten wir den kurzen Aufenthalt für einen Spaziergang - hier hatte es noch Meterweise Schnee und mit den roten Häusern, den hohen Bergen und den Schiffen im Hafen sieht es einfach märchenhaft aus. Am Abend soll nur der Abend der Nordlichter sein, die Vorhersage hätte besser nicht sein können - doch dann kam der Schneesturm - Natur pur und das Wetter wechselt unglaublich schnell. So gingen wir ohne Nordlichter das letzte Mal an Bord ins Bett, noch ein Abend in Tromsø blieb uns. Wir Wissen ja, dass alles immer für uns ist!